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& Beschlüsse

Berufliche Bildung zukunftssicher gestalten

Beschlossen am 21.10.2017 auf dem 52. Landeskongress in Frankfurt (Oder)

Die Jungen Liberalen Brandenburg fordern die Modularisierung der gesamten beruflichen Bildung. Dadurch können abgelegte Prüfungen zertifiziert werden. Ein Wechsel zwischen Schulen oder ins Ausland wird erleichtert. Zudem können einzelne Module im Bereich der Hochschulbildung oder der Weiterbildung anerkannt werden. Als weiteren Schritt einer bundesweiten Anerkennung muss das Land Brandenburg den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) vollumfänglich umsetzen. Die Anerkennung von Abschlüssen und Teilleistungen deutscher und europäischer Staatsbürger soll somit nachhaltig gewährleistet werden. Außerdem lassen sich durch die damit verbundenen Standards Leistungen von Asylbewerbern, Flüchtlingen und Einwanderern von Nicht-EU-Staaten standardisiert messen und einordnen.

Wir wollen ebenfalls die duale Ausbildung weiter stärken und als Exportschlager für die restliche Welt weiter in Brandenburg forcieren. Abschlüsse der höheren beruflichen Bildung (Meister, Fachwirt, Betriebswirt) sind hierbei die Grundpfeiler unserer Bildungslandschaft.

Zudem fordern wir, die Gründung von Ausbildungsverbünden per Gesetz zu ermöglichen. Vor allem in strukturschwachen Regionen sind Ausbildungsbetriebe nur sporadisch vorhanden und haben aufgrund der wirtschaftlichen Lage nur eingeschränkte Möglichkeiten, jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen. Durch Ausbildungsverbünde können mehrere Ausbildungsbetriebe zusammenarbeiten.

Ein weiterer Baustein erfolgreicher beruflicher Bildung liegt für uns in der Erhaltung von Oberstufenzentren und Berufsschulen im gesamten Land Brandenburg. Die Möglichkeiten von beruflicher Bildung dürfen nicht vom Heimatort abhängen. Zudem müssen zu lange Wege vermieden werden, da die finanzielle Belastung von bspw. Bahntickets oder Zweitwohnungen für fast keinen Auszubildenden tragbar sind. Als Ergänzung zu den Angeboten vor Ort sehen wir digitale Lernangebote als zukunftsweisende Neuerung der beruflichen Bildung in Brandenburg. Dezentrale Lösungen gehören in der Hochschullandschaft bereits zum festen Bestandteil. In diesem Bereich gilt es den Rückstand der beruflichen Bildung zu verringern. Zudem müssen auch an den Standorten der schulischen Ausbildung digitale Lernangebote die analogen Bereiche verdrängen.

Wir JuLis sehen ebenfalls bei der Ausfinanzierung der beruflichen Bildung erheblichen Nachbesserungsbedarf. Die finanzielle Ausstattung in nahezu allen Bereichen (sachliche und personelle Ausstattung, Vergünstigungen beim ÖPNV und öffentlichen Einrichtungen) hinkt derer von Hochschulen bzw. deren Studenten hinterher, weshalb im Sinne der Gerechtigkeit und Anerkennung beruflicher Bildung die finanzielle Unterstützung angehoben werden muss. Daher fordern wir die kostenlose Nutzung des ÖPNV in Brandenburg über ein AZUBI-Ticket.

Als Ergänzung zu den finanziellen Mehrleistungen des Landes soll sich Brandenburg dafür einsetzen, das sogenannte Bildungssparen im Bund umzusetzen. Diese Form der langfristigen Finanzierung der eigenen Bildung bzw. der der eigenen Kinder ist eine ideale Form des selbstbestimmten Lebens und Lernens.


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