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& Beschlüsse

Bildung für Brandenburg 2.0

Beschlossen am 28.03.2009 auf dem 37. Landeskongress in Schwedt/Oder

Die Jungen Liberalen Brandenburg betrachten die Organisation der Bildung als die wichtigste Aufgabe der Politik in Brandenburg. Wir verstehen Bildung als Bürgerrecht und sehen in ihr mehr als nur Ausbildung. Bildung dient der Herausbildung und der umfassenden Entfaltung der Persönlichkeit; sie schafft die Voraussetzungen für ein mündiges Leben in Freiheit.

Ausgaben für die Bildung sind Investitionen in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen sowie in die Zukunft des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Brandenburg. Bildungspolitik ist somit immer Teil einer nachhaltigen Politik.

Eine wichtige Voraussetzung für eine stetige Verbesserung des brandenburgischen Bildungssystems besteht darin, dass man den Akteuren vor Ort die Möglichkeit zur eigenen Weiterentwicklung lässt. Wir wollen eine kontinuierliche Entwicklung statt jährlich neuer Reformen und Bildungsgesetze.

I. Grundsätze und Zielstellung liberaler Bildungspolitik in Brandenburg

Eines soll alle Bildungsstätten Brandenburgs einen – die optimale Ausstattung, sowohl materiell als auch personell. Jede junge Brandenburgerin und jeder junge Brandenburger soll in seiner Bildungsstätte einen Computer mit Breitbandinternetanschluss, eine Bibliothek, welche alle im Unterricht relevanten Lernmaterialien und Bücher in einer der Schülerzahl entsprechenden Auflage umfasst, sowie einen Platz für individuelle Arbeiten haben. Diese elementare Ausstattung muss jede Schule besitzen und jede Schülerin sowie jeder Schüler nutzen können, so dass die Ausstattung eines jeden wissbegierigen Bürgers unabhängig von der finanziellen Situation des Elternhauses wird.

Die optimale Bildung erfährt ein jeder junger Brandenburger am besten in der von ihm und seinen Eltern frei und eigenverantwortlich gewählten Schule. Die Aufgabe der kommenden Landesregierung muss es sein, eine möglichst breite Fächerung dieses Angebotes zu ermöglichen. Die Landesregierung hat dabei darüber zu wachen, dass in brandenburgischen Schulen Schüler verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen sozialen Hintergrund von Beginn an miteinander lernen.

Die Schulen sollen selbst über ihre Finanzen, ihr Personal, ihre Organisation sowie ihr pädagogisches Konzept entscheiden. Hierzu werden lediglich der organisatorische sowie der finanzielle Rahmen durch Gesamtbudgets, welche sich nach Anzahl der Schülerinnen und Schüler sowie Leistung der jeweiligen Schule richten und vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport ausgezahlt werden, vorgegeben. Zukünftig sollen lediglich Prüfungsanforderungen anstatt der bisher existierenden Rahmenlehrpläne und Prüfungsanforderungen als Grundlage für die Unterrichtsgestaltung der Pädagogen dienen. Jeder Pädagoge soll so den Unterricht optimal auf die Interessen als auch auf Bedürfnisse seiner Klasse und seines Kurses ausrichten. Im heutigen Zeitalter des Informationsüberflusses müssen methodische Kompetenzen stärker in den Vordergrund rücken.

Wir möchten, dass die Schulen, zugleich aber auch die Öffentlichkeit, Aufschluss über die Prüfungsergebnisse erhalten. Nur so kann die Vergleichbarkeit von Schulen verbessert werden.

Zur Umsetzung der zahlreichen neuen Rahmenbedingungen muss die Autonomie der Schule gestärkt werden, denn die besten Lösungen werden immer noch vor Ort gefunden. Nur vor Ort kann man sich an den Bedürfnissen und Rahmenbedingungen orientieren, um die optimale Lösung zu finden.

Wir befürworten zentrale Prüfungen, jedoch lehnen wir zentrale Rahmenlehrpläne ab, da diese die Lehrkraft lediglich einschränken. Jede Lehrkraft soll ihren Unterricht auf die individuellen Interessen einer jeden Schülerin sowie eines jeden Schülers ausrichten. Dazu bedarf es keiner zentralen Rahmenlehrpläne sondern lediglich Prüfungsanforderungen.

Diese zentralen Prüfungen ermöglichen es auch, dass sich Schülerinnen und Schüler außerhalb der klassischen Schule bilden, denn mit den Jungen Liberalen gibt es Bildungs- statt Schulpflicht. Moderner Unterricht, der die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt und auf die Schülerinnen und Schüler ausgerichtet ist, ist genauso elementar wie die bessere Ausstattung der Schulen. Die Weiterbildung der Lehrkräfte in Brandenburg muss qualitativ wie quantitativ besser erfolgen.

Die steigende Autonomie der Schule erfordert auch einen neuen Typ von Schulleiter, der die neuen Möglichkeiten annimmt und aktiv für seine Schule nutzt. Die Schulleiter müssen dahingehend fort- und ausgebildet werden.

Eltern bzw. Schülerinnen und Schüler sollen frei wählen können zwischen allen Schulen – nicht die Entfernung zu der Schule sondern die pädagogische und inhaltliche Ausrichtung einer Schule zählt.

Die Schulen in freier Trägerschaft im Land sind in ihrer finanziellen Ausstattung und im Umgang den staatlichen Schulen vollkommen gleichzustellen. Die finanzielle Förderung freier Schulen muss unmittelbar mit der Genehmigung der Schule beginnen, nur so kann sie den staatlichen Schulen in ihren Rahmenbedingungen gleichgestellt werden.

In einem Flächenland wie Brandenburg müssen freiwillige Ganztagsangebote ausgebaut werden, die Schülerinnen und Schüler sollen jederzeit die technischen Voraussetzungen sowie die pädagogische Betreuung, die eine Schule bietet, auch in der Freizeit für ihre Bildung nutzen können. Darüber hinaus sollen vor allem die neuen Medien in den Unterricht miteinbezogen werden, da diese eine hohe Individualisierung des Unterrichts sowohl dem Inhalt als auch dem Schwierigkeitsgrad nach ermöglichen.

In Zeiten der Globalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche ist Sprache der Schlüssel zum Erfolg, deshalb sollen alle Schülerinnen und Schüler in Zukunft mindestens zwei Fremdsprachen fließend in Wort und Schrift beherrschen, wenn sie die Schule verlassen. Besonders in den brandenburgischen Euroregionen gilt es den Polnisch-Unterricht weiter auszubauen und zu stärken.

Ein weiterer Grundsatz für die Bildung ist, dass die Schülerinnen und Schüler das Lernen lernen. Wir wollen Schülerinnen und Schüler dazu bewegen, eigenständiger zu denken, sie sollen Ideen entwickeln und sich mit Unterstützung der Pädagogen Wissen aneignen können. Nur durch eine gebildete und innovative junge Generation kann Brandenburg im internationalen Wettbewerb bestehen.

II. Vorschulische Bildung

Die Neugier von Kindern im vorschulischen Alter darf nicht ungenutzt bleiben, ein Ausbau der Angebote für entgeltfreie Vorschulbildung sowie eine Unterstützung entgeltlicher Angebote ist wichtig, um dieser Neugier Rechnung zu tragen, frühestmöglich mit einer Interessenbildung zu beginnen sowie mögliche Begabungen fördern zu können. Gleichzeitig müssen jedoch auch vorhandene Schwächen, wie z. B. Sprachdefizite, behandelt werden, denn der Grundstein für die spätere schulische Bildung wird bereits durch die vorschulische Bildung gelegt. Über die Nutzung von vorschulischen Angeboten sollen die Eltern in Freiheit und Eigenverantwortung im Sinne ihres Kindes entscheiden.

III. Organisation der schulischen Bildung

Die brandenburgische Schullandschaft befindet sich in einem Umbruch durch die Umstellung auf das zwölfjährige Abitur, die verstärkte Wahl eines integrativen Ansatzes und einige weitere Grundsatzreformen. Die Ausgestaltung dieser Veränderungen sollen die Schulen eigenverantwortlich umsetzen können. In diesem Zuge sollen Schulleitungen und Schulkonferenzen viele neue Kompetenzen erhalten.

Die Schulen sollen selbst über ihre Finanzen, ihr Personal, ihre pädagogische Ausrichtung sowie ihre inhaltlichen Schwerpunkte entscheiden. Hierzu werden lediglich der organisatorische sowie der finanzielle Rahmen durch Gesamtbudgets, welche sich nach Anzahl und Art der Schülerinnen und Schüler sowie Leistung der jeweiligen Schule richten, vorgegeben.

In diesem Zuge sollen Schulen zukünftig selbst über ihre Zügigkeiten sowie Klassenstärken aufgrund des pädagogischen Konzeptes entscheiden.

Allein eine umfangreiche und transparente Dokumentation der Leistungen und Erfolge von Schulen soll Anhaltspunkt dafür sein, welche Schule die beste Bildung anbietet.

Für ein demokratisches Schulleben ist die Mitwirkung an Entscheidungsprozessen durch Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte elementar.

1. Grundschule

Neben der Stärkung der Vorschule ist der frühere Beginn der Schulzeit ein wichtiger Aspekt, um die vorhandene Neugier zu nutzen, denn das Alter deutscher Absolventinnen und Absolventen ist international gesehen immer noch weit über dem Durchschnitt.

Bereits in jungen Jahren muss man mit der Spracherziehung anfangen, weil in diesen Jahren unsere Kinder Fremdsprachen am besten lernen. Daher setzen wir auf eine frühe Förderung der Fremdsprachen, die bereits in der Grundschule beginnt.

Die Lehrmethoden in der Grundschule sind von Grund auf zu überdenken. Kinder brauchen Unterricht zum Anfassen, weg von der einfachen Theorie, weg von ausschließlich Frontalunterricht und weg von großen Klassenverbänden. Weg vom standardisierten Unterricht, der in festgelegten Zeiträumen stattfindet. Wir wollen zukunftsorientierten Unterricht, der individualisiert und auf die jeweiligen Interessen sowie Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten ist. Der Lehrer soll Bildungsorganisator und Vertrauensperson sein.

2. weiterführende Schulen

Wir wollen verstärkt eLearning in den Unterricht mit einbeziehen, da dies eine gute Option darstellt, die individuellen Interessen zu stärken und Stärken zu fördern. Hierzu ist es notwendig, dass die technische Ausstattung erheblich verbessert wird, damit jeder die Möglichkeit hat, die auf ihn zugeschnittenen Angebote wahrzunehmen.

Teil einer guten Begabtenförderung ist ebenfalls die Förderung von Wettbewerben, denn hier können Schülerinnen und Schüler sich mit den Besten messen. Wir wollen diese Wettbewerbsteilnahmen durch Verbesserung der Ausstattung von spezialisierten Schulen in dem jeweiligen Bereich sowie die Bereitstellung von zusätzlichen Geldern für Referenten fördern.

Die JuLis Brandenburg machen sich auch für die sozial schlechter gestellten Schülerinnen und Schüler stark durch die stärkere personelle Ausstattung der Schulen, die diese Schülerinnen und Schüler unabhängig von Wohnort, Herkunft und sozialem Umfeld sicherstellen. Wir schicken uns an, die Chancengleichheit der Schülerinnen und Schüler unabhängig von Wohnort, Herkunft und sozialem Umfeld herzustellen.

3. Oberstufen

Das Abitur muss unserer Auffassung nach an allen Schulen in zwölf Jahren erreicht werden können. Dies ist die einzige Möglichkeit, die Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems zu ermöglichen.

IV. Inhalte schulischer Bildung

In Zeiten, in denen der Zugang zu Informationen immer einfacher und die Erschließung aufgrund des gewachsenen Umfanges immer schwieriger aufgrund des Umfangs wird, tritt spezifisches Wissen in den Hintergrund und methodisches Wissen in den Vordergrund. Daran sollen sich zukünftige Prüfungen orientieren und folglich auch der Unterricht.

Lernen lernen lautet unser Leitmotiv. Wir wollen Schülerinnen und Schüler dazu bewegen, eigenständiger zu denken, sie sollen Ideen entwickeln und mit der Unterstützung der Pädagogen ihren freien Geist entwickeln, statt von einer zentralen Behörde jedes kleinste Detail vorgeschrieben zu bekommen.

Das historische, politische und wirtschaftliche Wissen brandenburgischer Absolventinnen und Absolventen bedarf dringender Verbesserungen, wir wollen kompetente Bürgerinnen und Bürger, die die Gesellschaft mit konstruktiver Kritik und sozialem Engagement voranbringen. Dazu müssen wir die Wissensvermittlung in diesem Bereich deutlich verbessern. Hierzu möchten wir unter anderem die Gründung von Schülerfirmen fördern, denn soziale Kompetenzen sowie betriebswirtschaftliches Wissen erlangt man als Jungunternehmer in der Praxis am besten. Solche Jungunternehmer und ihre Mitarbeiter sind es, die Brandenburg zu einem Wirtschafts- und Innovationsstandort der nächsten Generation aufsteigen lassen.

Die Jungen Liberalen bekennen sich zur Bedeutung der Religionsfreiheit in einer freiheitlichpluralen Gesellschaft. In fast allen Schulfächern wird gemeinsam unterrichtet. Respekt und Toleranz gegenüber anderen gibt es nur, wenn man etwas über Religion und Weltanschauung weiß. Der Staat hat die Vielfältigkeit unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Fundamente für moralische Vorstellungen zu respektieren. Daher treten wir für die Einführung von Religion als ordentlichem Unterrichtsfach im Rahmen einer Fächergruppe Ethik/Religion ein. So soll Wahlfreiheit gewährleistet werden und Religionsunterricht neben LER gleichberechtigt, also z.B. ohne Benachteiligung bezüglich der Stundentafel, angeboten werden.

Lernziel des Unterrichtes zur politischen Bildung muss es sein, demokratische Politik als normalen und wichtigen Bestandteil des Lebens zu begreifen. Nur so ist eine Immunisierung gegen Extremismus möglich. Dazu bedarf es vor allem des Kennen- und Schätzenlernens der vielfältigen demokratischen Alternativen sowie der Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit der Diktaturen. Zudem müssen bezüglich der Präsenz in Schulen für alle Parteien die gleichen Regeln gelten. Kandidaten bzw. Vertreter aller Parteien müssen in Diskussionsrunden ihre Politik darstellen und verteidigen dürfen. Nur so werden Schüler an demokratische Vielfalt und Auseinandersetzung herangeführt und können sich ein eigenes, reflektiertes Urteil bilden.

V. Berufliche Bildung und Lebenslanges Lernen

Bildung und Qualifizierung sind die wichtigsten Grundlagen unseres Wohlstands. Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten und das, was wir daraus machen, werden entscheidend dazu beitragen, den Wohlstand in unserer Gesellschaft zu erhalten. Nur wenn die Talente und Begabungen junger Menschen in unserem Land früh erkannt und gezielt gefördert werden, kann unser Wohlstand auch in Zeiten der Globalisierung erhalten werden. Die duale Berufsausbildung ist seit Jahrzehnten eine bewährte und wichtige Quelle für den Fachkräftenachwuchs in Deutschland.

Sie garantiert eine qualitativ hochwertige berufliche Qualifizierung in ganz Deutschland. Damit dieses System funktionsfähig bleibt, muss es an die anstehenden Herausforderungen unserer Zeit angepasst und darauf ausgerichtet werden.

Für die Jungen Liberalen fängt dabei die berufliche Bildung schon in der Schule an. Die Ausbildungsfähigkeit junger Menschen kann durch eine starke Berufsorientierung verbessert werden. Betriebserkundigungen, Praktika und Bewerbertraining müssen ebenso eine Rolle spielen wie die Ausrichtung der Lehrinhalte auf Themen, die die Bedeutung von Wirtschaft und Technik stärker in den Mittelpunkt rücken.

Sich für eine berufliche Ausbildung und Fortbildung zu entscheiden bedeutet, in einem unternehmerischen Umfeld zu lernen und zu arbeiten, das vielfältige Karrierechancen, Selbstständigkeit und Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Aus diesem Grund wollen die Jungen Liberalen eine Exzellenzinitiative für die Berufsbildung und damit einhergehend einen Imagewechsel in der beruflichen Bildung. Eine Ausbildung in einem Handwerksberuf spricht auch leistungsstarke Jugendliche an, ist in Verbindung mit der beruflichen Fortbildung oft eine gute Alternative zum Hochschulstudium.

Für die Zukunftssicherung individueller Beschäftigungsfähigkeit hat das lebenslange Lernen eine wesentliche Bedeutung. Dazu müssen Förderungsinstrumente entwickelt werden, die eine berufsbegleitende Weiterbildung für jeden Weiterbildungswilligen ermöglichen. Auch sind die berufsbildenden Fortbildungsabschlüsse aufzuwerten.

Weiterhin werden sich die Jungen Liberalen für eine weitgehende Verzahnung von Aus-, Weiter- und Hochschulbildung einsetzen. Die Durchlässigkeit zwischen Bildungsteilsystemen muss maßgeblich verbessert werden. Der Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte mit hochwertigen Fortbildungsabschlüssen (z.B. Meister) soll ohne Zusatzprüfung und Probesemester möglich sein.

Die vorrangige Aufgabe eines Oberstufenzentrums besteht darin, den Schülern und Lehrlingen neben Fachkompetenzen auch Methoden- und Handlungskompetenzen zu vermitteln. Der Lernfeldunterricht ist ein positiver Aspekt, der sich in den letzten Jahren entwickelt hat und den es weiter auszubauen gilt. Das Angebot an Oberstufenzentren durch eine duale Berufsausbildung die Fachhochschulreife zu erlangen, soll nicht nur erhalten, sondern auch stärker beworben werden. In einigen Oberstufenzentren im Land Brandenburg sind auch Fachschulen eingegliedert, welche die Aufgabe haben, Facharbeiter und Gesellen zum Meister oder zum staatlich geprüften Techniker weiterzubilden. Weiterbildung ist der Grundstein für ein erfolgreiches berufliches Handeln und für eine Wirtschaft, welche stets auf der Höhe der Zeit ist. Deshalb gilt es besonders die Fachschulen zu erhalten und sie zu stärken.

VI. Studium

Das brandenburgische Angebot an Studiengängen ist stark begrenzt, wir setzen uns daher für ein vielfältigeres Angebot ein. Darüber hinaus muss das Studium wesentlich praxisbezogener gestaltet werden, in diesem Zusammenhang sollen Universitäten verstärkt Partnerfirmen für ihre jeweiligen Studiengänge finden. Studentinnen und Studenten sollen bereits während des Studiums in Projekte einbezogen werden, damit ihnen der Berufseinstieg in Brandenburg erleichtert wird.

Die Modernisierung der brandenburgischen Hochschulen ist weiter voranzutreiben. Insbesondere die Zahl der sogenannten Internetvorlesungen sowie die Zahl der Internetbibliotheken müssen dringend erhöht werden, um das Studieren im Flächenland Brandenburg zu erleichtern.

Die Jungen Liberalen setzen sich gezielt für die Freiheit der Hochschulen ein. Das bedeutet, dass die Hochschulen ein Recht auf Organisationsautonomie, inhaltliche Autonomie, Personalautonomie und Finanzautonomie haben müssen.

Qualifizierte Fachkräfte sind der Schlüssel für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Um Deutschland und insbesondere Brandenburg voranzubringen, fordern die Jungen Liberalen daher deutlich höhere Investitionen in den Wissenschaftsstandort Brandenburg. Weiterhin muss dringend eine Steigerung der Qualität der Studienbedingungen erfolgen. Es muss möglich sein, das Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren, ohne Abstriche in der Qualität hinnehmen zu müssen.

In der Grundlagenforschung wie auch in der Spezialforschung ist Deutschland, lange Zeit führend im europäischen und internationalen Vergleich, ins Hintertreffen geraten. Grundlagen- und Spezialforschung, insbesondere im Bereich Biowissenschaften, sind vorurteilsfrei zu fördern. Die Jungen Liberalen fordern daher die Förderung der Grundlagenforschung nach einem zugewiesenen Budget, über das die Hochschulen eigenverantwortlich verfügen können.

Ebenso muss den Hochschulen das Recht gegeben werden, zur Verwertung ihrer Patente oder für Gemeinschaftsprojekte mit externen Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen eigene Unternehmen zu gründen oder sich an Unternehmen zu beteiligen.

Die JuLis setzen sich für nachgelagerte Studienbeiträge ein, die nach dem Studium mit dem Erreichen einer bestimmten Einkommensgrenze gezahlt werden sollen. Diese müssen jedoch ausschließlich zur Verbesserung der Lehre dienen und dürfen kein Ersatz für die staatliche Grundfinanzierung sein. Wichtig ist daher vor allem Transparenz bei der Vergabe der Beiträge, sie soll für jeden Studenten einsehbar und abrufbar sein.

Für die JuLis gehört zu einem durch Beiträge finanzierten Studium auch die Mitbestimmung der Studierenden. Dies vor allem bei Berufungen, Studien- und Prüfungsordnungen, der Evaluation der Unterrichtsqualität und der Vergabe von Studienbeiträgen.

Die Jungen Liberalen fordern, dass sich das Land Brandenburg für eine grundlegende Reform des BAföG von einer Subventionierung zu einem „Studienkredit für alle“ einsetzt. Der Studienkredit sollte allen Studenten, unabhängig von Einkommen und Sicherheiten des Studenten und der Eltern, zugänglich sein. Die Rückzahlung des Studienkredites sollte mit einem entsprechenden Mindesteinkommen beginnen und an das System der Studiengebühren gekoppelt sein. Dadurch wird garantiert, dass die Last des Kredites erst dann getragen werden muss, wenn auch der aus dem Studium entstehende wirtschaftliche Erfolg einsetzt. Eine frühzeitige Tilgung soll ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich sein.

Nicht zuletzt muss ein stetiger Ausbau des Stipendienwesens für Begabte vorangetrieben werden. Begabtenförderung ist das optimale Instrument, um im Wettbewerb um die besten Köpfe erfolgreich zu sein.

Die Einrichtung einer Berufsakademie im Land Brandenburg ist anzustreben, nur so kann Brandenburg im Wettbewerb als Bildungsstandort gefördert werden.

Die Jungen Liberalen fordern die Einführung eines Medizinstudienganges in Brandenburg.


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