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& Beschlüsse

Zucker ist ungesund!

Kennzeichnungspflicht für Homöopathie

Beschlossen am 16.11.2019 auf dem 56. Landeskongress in Strausberg

 

Für uns Junge Liberale steht die Gesundheit eines jeden Menschen als persönliches Recht fest. Wie jede Person einen Anspruch auf Gesundheit hat, ist der Anspruch auf eine bestmögliche medizinische Versorgung im Krankheitsfall ebenfalls essenziell. Im Sinne der liberalen Selbstverantwortung sollte es jedem selbst überlassen sein, ob er Gebrauch von sogenannter “Alternativmedizin” wie beispielsweise homöopathischen Mitteln machen möchte.

 

1 – Wir fordern, die Klassifizierung von homöopathischen Präparaten als „Arzneimittel“ oder ihr firmieren unter ähnlichen Bezeichnungen zu untersagen, um eine klare Abgrenzung zwischen eben diesen alternativmedizinischen Produkten und Präparaten mit pharmakologisch klar nachgewiesener Wirksamkeit zu schaffen. Homöopathische Präparate sollen stattdessen als „Alternativheilkundliches Präparat“ klassifiziert und deutlich gekennzeichnet werden. Darüber hinaus soll auf der Verpackung und auf den Packungsbeilagen ein Hinweis angebracht werden, der wiedergibt, dass das vorliegende Produkt einer alternativheilkundlichen Lehre entspricht und dass die Wirksamkeit nach wissenschaftlicher Evidenz nicht bewiesen ist.

2 – Wir fordern weiterhin, die Apothekenpflicht für homöopathische Präparate durch eine Änderung des § 44 AMG aufzuheben, ausgenommen solche Präparate, die das reguläre Zulassungsverfahren des BfArM sowie den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erfolgreich durchlaufen haben.

3 – Wir fordern weiterhin die Pflicht für niedergelassene Mediziner und Heilpraktiker, vor der Behandlung mit homöopathischen Präparaten eine umfassende Aufklärung hinsichtlich wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bezug auf die Wirksamkeit dieser Präparate durchzuführen.

4 – Wir fordern weiterhin, die Übernahme von homöopathischen Therapien (sowohl Anamnese und sonstige Behandlungsleistungen als auch Kosten für Präparate) durch die gesetzlichen Krankenversicherungen zu untersagen.

5 – Homöopathie ist aus Anlage 3 zur ÄApprO zu streichen und mithin nicht länger als prüfungsrelevantes Wahlfach zur zweiten ärztlichen Prüfung zuzulassen. Die genannten Maßnahmen sind entsprechend auch auf andere „besondere Therapierichtungen“ im Sinne des Arzneimittelgesetzes, namentlich die Anthroposophie, anzuwenden.

 

Seit der Erfindung der Homöopathie im Jahr 1796 konnte keine wissenschaftliche Studie ihre Wirksamkeit belegen. Das bloße Vertrauen auf die Homöopathie könnte daher eine wirksame Behandlung verzögern oder verhindern.


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