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Der Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht

Der Wahlkampf ist vorbei, das Land hat gewählt: Brandenburgs Bürgerinnen und Bürger entschieden sich für fünf weitere Jahre rot-rot (SPD & LINKE). Wir als Junge Liberale nehmen dies als Anlass, unsere zentralen bildungspolitischen Anliegen (Stundenausfall und Lehrermangel) und deren von rot-rot angestrebte Lösung auf Herz und Nieren zu überprüfen.

„Brandenburg befindet sich im Wettbewerb um die besten Lehrkräfte mit anderen Bundesländern. Gleichzeitig lässt sich das Ansehen des Lehrerberufs in der Gesellschaft noch verbessern. Die Koalition wird deshalb mit einer Kampagne für den Lehrerberuf und seine gesellschaftliche Anerkennung werben. Das gilt insbesondere für die dringend benötigten „Landlehrer“ in den berlinfernen Regionen Brandenburgs. Zur Erhöhung der Attraktivität dieser Positionen wird die Koalition gemeinsam mit den betroffenen Kommunen an Lösungen arbeiten.“ – Koalitionsvertrag

Es ist ein Irrglaube zu denken, dass sich Brandenburgs Abiturienten nicht für den Lehrerberuf begeistern können. Ganz im Gegenteil: Viele junge Menschen studieren an den brandenburgischen Universitäten auf Lehramt, und schneiden sogar mit brillanten 1,x-Ergebnissen ab, nur, um daraufhin ein oder mehrere Jahre auf ein Referendariat zu warten. Entsprechend ist auch kein „Wettbewerb um die besten Lehrkräfte“ an der desaströsen Lage Brandenburgs schuld, sondern die langen Wartezeiten, mit welchen wir qualifizierte junge Menschen regelrecht in andere Bundesländer drängen. Eine „Kampagne für den Lehrerberuf“ allen ernstes als Gegenmaßnahme vorzuschlagen, schlägt dem Fass jedoch den Boden aus: In diesem Punkt ist der Koalitionsvertrag an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

„Innerhalb der nächsten fünf Jahre werden mindestens 4.300 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt.“ – Koalitionsvertrag

Fraglich bleibt dabei, ob erneuerte befristete Verträge mitgezählt werden, oder tatsächlich zusätzliche Lehrstellen geschaffen werden. Betrachtet man die in Brandenburg gängige Praxis, einige Lehrerinnen und Lehrer nur für elf statt zwölf Monate einzustellen, und dementsprechend über die Sommerferien von Arbeitslosengeld abhängig zu machen, wäre es fast zu schön um wahr zu sein, von letzterem auszugehen.