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Unternehmer und Schüler stehen weiterhin vor verschiedenen Türen

Anfang August 2013 startete an den Standorten Potsdam, Neuruppin, Seelow und Storkow (Mark) das Projekt „Türöffner: Zukunft Beruf“. Die Pilotphase dauerte bis Ende März 2015. Das Projekt, welches vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburgs – damals noch unter Leitung der heutigen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Martina Münch- initiiert wurde, hat das Ziel, Jugendlichen, die sich beruflich noch unschlüssig sind, unter die Arme zu greifen. Dazu soll es in jedem Kreis, beziehungsweise in jeder kreisfreien Stadt, einen Anlaufpunkt für Eltern, Lehrer und vor allem Schüler geben, der als „lokale Koordinierungsstelle“ funktioniert. Diese sollen den Jugendlichen ab der 7. Klasse, neben der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit, helfen, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen.

Anlass für dieses Projekt ist eine Abbruchquote von 29 Prozent bei Auszubildenden. Um diesen Jugendlichen zu helfen, sprechen die lokalen Koordinierungsstellen lokale Unternehmen an, die den Interessen der Jugendlichen entsprechen und suchen Mentoren, die den Jugendlichen, den „Mentees“, zur Seite stehen und sie unterstützen. Auch angesichts der vielen unbesetzten Ausbildungsplätze im Land scheint das Programm ein guter Weg für die Betriebe und Unternehmen, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Das Problem besteht jedoch derzeit darin, dass das Projekt, welches seit 2016 landesweit gilt und sich sowohl an Oberschulen als auch an Oberstufenzentren richtet, oft nicht weitergeführt wird. Beispielsweise ist dies so geschehen an der Storkower Oberschule, an der 21 Mentoren sowie 19 Mentees gewonnen werden konnten. Im Dezember 2014 waren dort sieben Mentoring-Teams entstanden. Neben den Beratungsgesprächen und den Mentoring-Teams fanden Schüler auch Plätze für Praktika und bekamen Hilfe bei Bewerbungen durch Bewerbungstrainings der Unternehmer.

Doch nach der erfolgreichen Pilotphase sollte die Koordinierungsstelle an das Oberstufenzentrum des Landkreises nach Fürstenwalde verlegt werden. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt und so gibt es derzeit im Landkreis Oder-Spree keinen Standort mehr. Anstatt nur neue Standorte zu eröffnen, muss vor allem auch dafür gesorgt werden, dass bereits bestehende und gelungene erhalten bleiben. Neben Oberstufenzentren sollten vermehrt auch Oberschulen, aber auch Förderschulen, in das Projekt eingeschlossen werden, da gerade diese Schüler Probleme bei der Berufs- und Ausbildungsplatzsuche haben. Anstatt sie berufsfördernde Maßnahmen einzugliedern, sollte den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, ihr Potential und ihre Eignung abseits von schulischen Leistungen durch den persönlichen und konstanten Kontakt mit Betrieben und Unternehmen unter Beweis zu stellen. Denn gerade diesen Schülern helfen die dreimonatigen Bestandsaufnahmen bei Gesprächen mit der Bundesagentur für Arbeit nicht. Hier bedarf es persönlichem und dauerhaftem Kontakt, welcher in einem Mentoring-Team gewährleistet ist.

Das Projekt „Türöffner: Zukunft Beruf“ ist eine zielgerichtete und effektive Initiative des Bildungsministeriums, aber leider, bis jetzt, zu schlecht gemacht. Hier gilt es nachzubessern, um möglichst vielen jungen Menschen den Start in das Berufsleben und damit in die Selbstständigkeit zu erleichtern.

Quellen: Günter BaaskeMBJS BrandenburgInvestitionsbank des Landes Brandenburg


13. Februar 2017

Isabelle Schmechta ist Abiturientin und Mitglied im Landesvorstand der JuLis Brandenburg

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