Beschlüsse

SOS aus dem tiefen Grün

Brandenburg steht weiterhin im Zentrum intensiver Debatten um den Schutz von Wildtieren, die Sicherung der Weidetierhaltung und den Erhalt gesunder Wälder. Während der Waldzustandsbericht nach wie vor alarmierende Entwicklungen aufzeigt, nehmen auch Nutztierrisse durch Wölfe zu. Die letztliche Wolfskonferenz bleibt jedoch ohne handfeste Fortschritte. Der Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation spaltet längst nicht mehr nur Fachkreise. Zwischen berechtigtem Artenschutz und dem Schutz wirtschaftlicher wie ökologischer Interessen muss endlich ein realistisches Gleichgewicht geschaffen werden. Brandenburg darf nicht länger zusehen, wie sich Konflikte zuspitzen, während auf Bundesebene die rechtlichen Rahmenbedingungen hinter der Realität zurückbleiben.

Für ein ausgewogenes Wildtiermanagement

Ein modernes und funktionierendes Wildtiermanagement ist kein Gegensatz zu Naturschutz, sondern dessen Voraussetzung. Insbesondere in Regionen mit wiederholten Nutztierrissen braucht es schnelle, klare und rechtssichere Handlungsoptionen. Daher fordern wir die rasche Ermöglichung gezielter Bejagung in sogenannten Interventionsgebieten, in denen sich Übergriffe häufen. Diese Maßnahmen müssen in den einschlägigen Jagdnovellen verankert werden, um den zuständigen Behörden und Jägerinnen und Jägern rechtliche Sicherheit zu geben, sodass „Problemwölfe“ eingedämmt werden. Darüber hinaus fordern wir die zügige Ausarbeitung von Ergebnissen aus dem Potsdamer Wolfsgipfel, die mit allen beteiligten weitere Wolfsjagd Möglichkeiten aufzeigt. Ergebnisse für die Wolfsbejagung aller Interessengruppen sind dabei zentral. Stillstand führt nur zu wachsendem Frust bei Weidetierhaltenden und schwächt die Akzeptanz für den Arten- und Naturschutz insgesamt. Zum ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis der Julis gehört es auch, Schäden gar nicht erst entstehen zu lassen. Präventionsmaßnahmen, etwa Herdenschutzzäune und Hunde müssen lokal angepasst und finanziell gefördert werden. Ein einheitliches Schema wird den unterschiedlichen Gegebenheiten in Brandenburg nicht gerecht. Deshalb fordern wir, die bestehenden Förderprogramme für Prävention zu flexibilisieren und unbürokratisch und digital zugänglich zu machen, insbesondere für kleine und mittlere Betriebe.

Wald und Wild in Balance

Neben dem Umgang mit dem Wolf bleibt der Zustand der Wälder ein zentrales Anliegen. Die Wiederbewaldung nach Schädlingsbefall kommt nur schleppend voran. Besonders junge Laubbäume leiden unter starkem Wildverbiss, wodurch auch Aufforstungsmaßnahmen gefährdet werden. Wir fordern daher eine engere Verzahnung von Waldpflege und lokaler Bejagung, insbesondere in gefährdeten Kiefernmonokulturen. Eine gezielte Jagd in diesen Verjüngungsräumen unterstützt und beschleunigt daher die Regeneration und den Umbau hin zu klimaresistenten Mischwäldern. Die benötigten rechtlichen Voraussetzungen sind dabei mit lokalen Jagdverbänden zu prüfen. Zugleich muss die Schädlingsbekämpfung im Wald konsequenter und koordinierter erfolgen. Private Waldbesitzer sind hierbei bei Bedarf zu unterstützen, durch fachliche Beratung, Informationsangebote und gegebenenfalls finanzielle Hilfe. Schädlingsholz muss zügig abgefahren werden können, ohne dass bürokratische Hürden die schnelle Reaktion verhindern.