Beschlüsse

Digitale Dörfer, gesunde Menschen: Mit Gesundheitskiosken gegen den Ärztemangel

er langjährige Hausarzt geht in Rente und die Praxis? Die muss schließen, weil keine Nachfolge gefunden wurde. Dieses Szenario ist kein Sonderfall, sondern wird immer mehr zur Realität. In Brandenburg sind 320 Hausarztsitzte wegen fehlender Nachfolge unbesetzt. Und das Problem wird sich in den nächsten Jahren noch weiter verstärken, wenn man sich die Altersstruktur der Hausärzte ansieht. Laut der Bundesärztekammer waren im Jahr 2024 38,8 % der Hausärzte in Brandenburg über 60 Jahre alt. Lediglich 5,8 % waren jünger als 40 Jahre alt. Programme wie das Landärztestipendium wollen genau dort ansetzen und Studierende dazu bewegen, sich langfristig für den Hausarztberuf zu entscheiden. Doch es ist ein langer Weg, bis man in Deutschland als Hausarzt praktizieren kann. Nach dem zwölf Semester langen Studium der Medizin bedarf es einer Facharztausbildung für die Allgemeinmedizin. Diese Dauer beträgt mindestens 5 Jahre. Dementsprechend braucht es insgesamt in etwa elf Jahre, bis ein heutiger Studierender als Hausarzt arbeitet. Doch es fehlt jedoch heute schon an Hausärzten im Land Brandenburg! Die Zeit auf morgen zu warten bleibt also nicht. Es braucht Lösungen, mit denen schon heute die Versorgung auch in den ländlichen Regionen gesichert werden kann. Denn insbesondere für ältere Menschen, die in ihrer Mobilität oft eingeschränkt sind, kann die Lösung nicht lauten, etliche Kilometer bis zum nächsten Hausarzt zu fahren.

Abhilfe kann hierbei ein sogenannter Gesundheitskiosk schaffen, wenn man ihn wie folgt aus gestaltet: Es gibt einen Standort, an dem mindestens eine Pflegefachkraft vor Ort die Patienten betreut. Ärzte werden per Videotelefonie zugeschaltet. Perspektivisch soll dies aber auch zunehmend mit Künstlicher Intelligenz funktionieren. Die Kioske sollen regional sein, sodass die Entfernung möglichst gering ist. So kann auch auf langfristige Sicht die ärztliche Versorgung sichergestellt werden. Um die Schaffung von Doppelstrukturen zu vermeiden, sollen bestehende Beratungsangebote, wie Pflegestützpunkte, eingebunden werden, um an eine zentrale Anlaufstelle alles zu bündeln. Die gesundheitliche Versorgung muss auch auf dem Brandenburger Land erhalten bleiben! Deshalb fordern wir die flächendeckende Einführung von Gesundheitskiosken, um die ärztliche Versorgung vor Ort langfristig zu gewährleisten. Zuerst sollen diese in Regionen geschaffen werden, bei denen bereits heute ein erheblicher Mangel an Ärzten existiert.